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Luise Pinc

( 1895 - 1982 )

Als Luise Pinc geb. Seifert am 15. Dezember 1895 das Licht der Welt erblickte, war es nicht absehbar, dass in Satzung nahe der böhmischen Grenze eine Dichterin und Sängerin des Erzgebirges heranreifen würde. Schon als zweijähriges Mädchen lief sie den Bettelmusikanten aus Christophhammer von Haus zu Haus hinterher.

In der Volkshochschule, die sie 1910 abschloss, war sie die Beste im Vortrag, Gesang und Aufsätze schreiben. Oft half sie dabei ihren Mitschülern und bekam dadurch den Rohrstock zu spüren.
Als fünfzehnjähriges Mädchen gab ihr Lehrer Lang zwei Singrollen und damit begann ihre musikalische Laufbahn.

1919 lernte Luisa den tschechischen Offizier Antonin Pinc kennen. Im Mai 1920 haben sie geheiratet. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor. Im deutschen Reich musste die Familie viele Diskriminierungen über sich ergehen lassen, da es eine Mischehe war.
1919 schrieb sie ihr erstes Gedicht, ein Liebesgedicht für ihren Toni. 1921 begann dann ihre dichterische Laufbahn.

Ihre drei Töchter Angela, Violet und Christa standen schon in frühester Jugend mit auf der Bühne, sowie ihre dreiundzwanzig Jahre jüngere Schwester Hildegard, wo sie in den dreißiger Jahren als "De Tischermaad" bekannt wurden.

Nach dreiundzwanzig Ehejahren verstarb ihr geliebter Mann. Sie musste nun allein für ihre Familie sorgen. Keine Arbeit war ihr zu viel. Sie war Schuster, Schneiderin und Kranzbinderin, neben den vielen Auftritten mit ihrer Heimatgruppe: "Luise Pinc mit ihrem Kleeblatt". Schwere Schicksalsschläge blieben ihr nicht erspart.

Aus den anfangs wenigen Heimatliedern wurde ein riesengroßer Strauß, über 3500 Geschichten, Sinnsprüche und Theaterstücke, 4 Sagen aus ihrem Heimatort Satzung und 53 Tagebücher, eine Chronik für sich.

Auch mit Anton Günther hat sie Kontakt gehabt. Er meinte: "Maad aus dir werd emol ewas!"
Mit einem tiefen christlichem Glauben und der Liebe zur Heimat stand sie bis ins hohe Alter auf der Bühne und erfreute die Herzen mit ihrer einfachen und schlichten Art. Luise Pinc war mit ihrer Bergheimat sehr eng verwurzelt. Nicht umsonst wurde sie "Die Seele der Heimat" genannt.

In ihrem geliebten "Klinghaisl" verstarb sie am 24. Oktober 1982. Auf dem Friedhof von Satzung, befindet sich ihre letzte Ruhestätte, nahe des Hirtsteins. Auf ihrem Grabstein sind folgende Zeilen aus ihrem "Feierobnd-Lied" festgehalten: "Mei Lied werd verstumme in Wald un Fald, denn Feierobnd is in dar grußen Walt."

Anlässlich ihres 100. Geburtstages stiftete der Erzgebirgsverein, Sitz Schneeberg, eine Gedenktafel. Diese befindet sich in der Ortsmitte von Satzung im "Luise Pinc Platz", gegenüber Uhlig's Gasthof.

Marikka Schreiter
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